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Tipps für deine (erste) Website

von | 7. Nov 2021 | Artikel | 0 Kommentare

Tipps für Website-Beginner

Die Basics, die du wirklich brauchst

„Ich muss mich unbedingt mal um meine Website kümmern“ – würde ich für den Satz jedes Mal einen Euro bekommen, könnte ich auf der Stelle in Rente gehen.

Falls du also glaubst, du bräuchtest endlich mal eine Website, oder falls deine bestehende Website deiner Meinung nach dringend ein Makeover nötig hat, ist dieser Artikel für dich geschrieben. Schluss mit Aufschieben, Schluss mit Ratlosigkeit: Hier legen wir den Grundstein, damit du in Zukunft mit deiner Website zufrieden bist.

Und jetzt hol dir erstmal ein Heißgetränk deiner Wahl. Der Artikel ist ausufernd lang.
(oder scroll runter; unten gibt’s ne Zusammenfassung)

Die sieben Siegel deiner Website

Ich sehe unfassbar viele Websites. Nicht nur in meinem Job, sondern auch als ganz normale Privatperson. Als potenzieller Kunde. Als jemand, der irgendwas sucht. Der einen Physiotherapeuten oder Gas-Wasser-Installateur braucht. Aber so ganz Privatperson bin ich irgendwie nie. Ich sehe Websites immer als Unternehmer und ich finde es unfassbar schade, wie viel Potenzial da verschenkt wird.

Das Grundproblem liegt glaube ich darin, dass „Website“ für viele ein Buch mit sieben Siegeln ist. Es hapert nicht in erster Linie am Design oder den Texten. Es fehlen einfach die Basics, die meine Generation weder in der Schule noch beim IHK-Gründerseminar oder sonstwo gelernt hat. Lass uns die Basics mal nachholen und die sieben Siegel ganz behutsam aufbrechen.

Siegel Nummer 1: Hosting, WordPress, Baukasten, Bahnhof??!

 

Wenn du eine Website willst oder brauchst, stellt sich zuerst mal die Frage, wo du sie hostest. Sprich: Bei welchem Anbieter sollen deine Daten liegen? Wen bezahlst du dafür, dass deine Website bei ihm wohnt?

Dazu musst du entscheiden, mit welcher Software deine Website laufen soll. Du hast die Wahl zwischen einem Content Management System (z.B. WordPress, Typo3) oder einem Baukasten (z.B. Jimdo, Wix). Wenn du null Plan hast und mit kleinem Budget auskommen willst, nimm den Baukasten. Bei Jimdo zum Beispiel bekommst du das Komplettpaket. Mit wenigen Klicks ist deine Website online. Inklusive notwendiger Übel wie Cookie-Banner. Du bekommst ein tolles Produkt, das zwar nicht jede Anforderung erfüllt, mit dem du für den Anfang aber garantiert bessere Ergebnisse mit kleinerem Aufwand erzielst.

Meine Website lief jetzt knapp sechs Jahre auf Jimdo und ich war im Grunde zufrieden. Jetzt verwende ich WordPress mit dem Divi-Theme und die Site ist bei Mittwald gehostet. Meine Jimdo-Rechnung für 12 Monate lag zuletzt bei 128 Euro all inclusive; die neue Lösung ist etwas teurer, bietet mir aber auch mehr Möglichkeiten. Mittlerweile brauche ich diese Möglichkeiten und habe auch die Fähigkeiten, sie zu nutzen. Die Entscheidung für Mittwald als Host (also quasi Vermieter, auf deren Servern wohnt meine Website) fiel relativ spontan. Ich bin wirklich nicht kompetent, Host-Empfehlungen auszusprechen. Mir war wichtig, dass die Server in Deutschland stehen (Sicherheit, Datenschutz), dass es einen erreichbaren Kundenservice gibt und dass das Angebot zu meinen Bedürfnissen passt. Bisher bin ich sehr zufrieden.

Wenn du deine (erste) Website selbst gestalten möchtest, empfehle ich dir aus Überzeugung Jimdo. Wenn du jemanden mit dem Websitebau beauftragen willst, empfehle ich dir ebenso aus Überzeugung WordPress mit Divi-Theme. Such dir dann einen Webdesigner, der sich auch genau damit auskennt. Ich hole mir meine Divi-Unterstützung bei der fabelhaften Sylvia Klatt.

By the way, ich werde für alle genannten Empfehlungen und Meinungen nicht bezahlt und gebe hier auch keine Fachberatung. Ich erzähle nur von meinen Erfahrungen.

Siegel Nummer 2: Brauchst du eigentlich eine Website? Und wozu?

 

Unterschätze nie (NIE!) die Macht der allereinfachsten Fragen. Eine Website macht Arbeit, sie kostet dich Geld, sie kostet Nerven. Also: Brauchst du sie überhaupt?

Ich bin davon überzeugt, dass jedes Unternehmen heutzutage im Internet präsent sein sollte – meine persönliche Antwort ist also JA! Aber es gibt ja auch noch andere Wege, sich im Internet zu präsentieren. Facebook, Instagram und Google My Business zum Beispiel. Aber auch das macht Arbeit und ersetzt die eigene Website meiner Meinung nach nicht.

Aber wozu brauchst du die Website denn wirklich? Was ist ihr Zweck?

Das kommt stark darauf an, welche Art von Unternehmen du hast. Blumenladen in der Fußgängerzone? Dann reicht ja vielleicht schon eine einzelne Seite, auf der wie auf einer Visitenkarte nur Anschrift, Kontaktmöglichkeit, Öffnungszeiten stehen. Ist schnell eingerichtet und braucht null Pflege, es sei denn, du änderst die Öffnungszeiten. Inhalte hinzufügen kannst du später immer noch. Ist dein Business aber ein Online-Blumen-Lieferservice, sehen die Anforderungen ganz anders aus. Du brauchst einen Onlineshop mit AGB, Bezahlmöglichkeiten und allem, was sonst noch dazugehört. Ganz andere Hausnummer.

Frag dich mal: Was soll der Websitebesucher auf meiner Website machen? Was ist das Beste, was passieren kann?

Welches Szenario passt am besten?
Soll er sich ins Auto setzen und zu deinem Laden fahren?
Soll er dich kontaktieren …
… um ein Vorgespräch/eine Beratung zu vereinbaren?
… um direkt ein konkretes Angebot bzw. eine Zu- oder Absage zu erhalten?
… um einen Kauf in die Wege zu leiten?
Soll er gleich online kaufen und bezahlen?

Überleg dir sorgfältig, was genau du im Idealfall von deinem Websitebesucher möchtest und dann mach ihm diese Handlung so einfach und offensichtlich wie möglich. Egal, welche akrobatischen Verrenkungen du mit deiner Website anstellst, behalte immer im Hinterkopf, was der Besucher wirklich tun soll. Und nenn das Kind beim Namen. „Hier reservieren“, „Jetzt kaufen“, „Sie finden uns HIER“ und so weiter.

DAS ist der Sinn und Zweck deiner Website. Dafür bezahlst du Geld, dafür investierst du Zeit und Nerven. Du brauchst keine Website um der Website willen. Du brauchst sie, damit dein Besucher eine bestimmte Handlung ausführt.

Siegel Nummer 3: Deine Websitebesucher

 

Ohne deine Kunden bist du nichts. Lies nochmal.

Deshalb hat sich deine Website auf deine (potenziellen) Kunden einzustellen. Punkt. Ende.
Wenn deine Besucher nicht finden, was sie suchen, wenn du ihnen nicht das gibst, was sie brauchen, wenn sie sich nicht angesprochen fühlen, dann werden es nicht deine Kunden. Das ist gleichzeitig die gute und die schlechte Nachricht.

Mit deiner Website kannst du deutlich machen, was du anbietest, und der Besucher kann schauen, ob das das ist, was er sucht. Wenn nicht, dann geht er wieder und schaut sich woanders um, ohne dir auf den Senkel zu gehen.

Beispiel? Ich habe gerade nach einem Physiotherapeuten hier im Umkreis gesucht. Nach jemandem, der manuelle Therapie (steht so auf meiner Heilmittelverordnung vom Doc) anbietet und gerne einen Schulterfimmel, irgendeine Schulterfortbildung oder so mitbringt. Dann hab ich bei irgendeinem gelesen, dass sie nur Privatpatienten und Selbstzahler nehmen. Ätsch. Ich bin Kassenpatient. Alle, bei denen jetzt nicht explizit was steht, könnte ich abtelefonieren und damit deren und meine Zeit verschwenden. Ich bin im aktuellen Fall nicht die Zielgruppe einer Privatpraxis.
Manuelle Therapie bieten eigentlich alle an; Schultern scheinen leider niemanden zu interessieren. Okay. Dann würde ich gerne zu jemandem gehen, der zeitnah Termine zu vergeben hat. Steht bei keinem dabei. Also: Doch alle abtelefonieren?

Versetz dich in deine (Wunsch-)Kunden. Was könnte ihnen wichtig sein? Welche Infos brauchen sie zwingend, um sich für oder gegen dich zu entscheiden (Kasse oder privat?) und welche Infos können ihnen die Entscheidung für oder gegen dich erleichtern (Wartezeit, Schulterfimmel)?

Die zwingend oder dringend notwendigen Infos sind die K.o.-Kriterien. Darunter fallen, je nachdem, was du anbietest, zum Beispiel die Lage deines Geschäfts, deine Öffnungszeiten, dein generelles Angebot/deine Leistungen, eventuell auch Preise und Versanddetails. Lass deine Websitebesucher nicht nach Ostereiern suchen. Mach einfach klar, was du anbietest. Das passt, wenn du es minimalistisch halten willst, auf eine kleine Seite; siehe Beispiel beim Blumenladen weiter oben.

Was könnten deine zukünftigen Kunden noch wissen wollen? Vielleicht etwas über dich, dein Business, dein Team? Also ich will immer wissen, mit wem ich es zu tun habe. Ich kaufe lieber bei jemandem, der mir sympathisch ist. Ich persönlich will nicht den Lebenslauf kennen, aber ich will ein Foto sehen. Ich will sehen, ob jemand lacht. Ob ihm sein Job Spaß macht.

Und wie wäre es mit ein paar Hintergrundinfos? Beim Physio wäre das die Info, ob der was von Schulter versteht und da Bock drauf hat. Beim Blumenladen könnte das sein, wer die Zulieferer sind und wie viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird. All sowas lässt sich prima in einem Blog unterbringen.

Überleg dir sorgfältig, was deine Websitebesucher brauchen und wollen – und richte deine Website daran aus. Das ist die Vorarbeit, die du leistest, damit der Besucher dann auch das tut, was du von ihm möchtest (Siegel Nummer 2.).

Siegel Nummer 4: Architektur und Benutzerführung

 

Wie baust du deine Website strukturell auf? Wie kommt der Nutzer von A nach B nach C?

Fangen wir mal so an: In einem Buch hast du vorne ein hübsches Cover, hinten eine Zusammenfassung des Inhalts und innen mehr oder weniger fortlaufenden Text. Suchst du was Bestimmtes? Dann schaust du im Inhaltsverzeichnis oder im Glossar nach. Ansonsten liest du das Buch einfach von vorne nach hinten durch und blätterst zwischendurch nochmal zurück, um etwas nachzuschauen. Bist du am Ende angekommen, legst du das Buch zufrieden aus der Hand.

Im Idealfall funktioniert deine Website genauso. Du zeigst deinem Besucher auf der Startseite (=Buchcover und Rückseite) das Wesentliche und weckst Interesse, gibst ihm mit dem Menü (=Inhaltsverzeichnis) die Möglichkeit, zu bestimmten Kapiteln zu springen; im Footer (also ganz unten auf der Site; =Glossar) findet er wichtige Stichpunkte. Und ansonsten muss er nicht überlegen, was als nächstes zu tun ist. Du holst ihn beim Aufrufen deiner Site ab, führst ihn einmal durch und am Ende bucht er seinen Termin, kauft dein Produkt oder ruft dich an. Happy End.

Schau also zunächst, welche Menüpunkte du wirklich brauchst. Welche wichtigen Kapitel will der Nutzer aufschlagen?
Brauchen diese Menüpunkte noch Unterpunkte oder kannst du einfach die aufgerufene Seite entsprechend gliedern? Nehmen wir nochmal den Blumenladen in der Fußgängerzone. Der hat vielleicht einen Menüpunkt „Angebot“ Wenn ich dort klicke, sehe ich vielleicht oben erst „Blumensträuße für jeden Anlass“ mit Bild und kleinem Text. Dann kommen die Brautsträuße, dann die Trauerfloristik und dann Zubehör wie Vasen und Staubfänger.
Ob jetzt jedes davon einen eigenen Unterpunkt braucht, hängt wohl in erster Linie vom Umfang des Inhalts ab. Im Zweifel ist weniger mehr. Weniger Menüpunkte, weniger Unterpunkte, weniger Inhalt. Dann verläuft sich zumindest niemand.

Das Thema allein füllt Blogartikel und ganze Bücher. Also machen wir’s kurz und ich geb dir einfach noch zwei lebensverändernde Tipps mit auf den Weg:

1. Gib deinem Nutzer am Ende JEDER Seite die Möglichkeit, „umzublättern“.
Heißt: Sag dem Nutzer, wenn er unten am Ende einer Seite angekommen ist, was jetzt ein guter nächster Schritt wäre. Zum Beispiel den nächsten Artikel ansehen, ähnliche Produkte entdecken, mehr zu Thema XY erfahren, dich kontaktieren oder oder oder. Lass ihn nicht im Regen stehen. Sag ihm, was er tun soll.

2. Gib deinem Nutzer auf JEDER Seite die Möglichkeit, das Buch befriedigt zuzuklappen, also eine abschließende Handlung auszuführen. Wenn er gefunden hat, wonach er sucht, soll er nicht mehr weiterblättern müssen. Er könnte dich jetzt kontaktieren, etwas kaufen, deinen Newsletter abonnieren, dir auf Facebook folgen, einen Termin machen oder oder oder. Falls dieser Nutzer dein Wunschkunde ist, willst du nicht, dass er einfach abhaut. Du willst, dass er mit dir arbeitet, deine Produkte kauft oder wenigstens mit dir in Verbindung bleibt. Vielleicht kann er sich jetzt noch nicht entscheiden. Kein Problem. Biete ihm doch an, dir auf Instagram zu folgen. Dann sieht er zukünftig, was es bei dir Neues gibt und vielleicht kommt er später mal auf dich zurück. Wenn er oder sie dann den Brautstrauß braucht, zum Beispiel.

Siegel Nummer 5 : Das Kleingedruckte

 

Als Websitebetreiber kommst du nicht drumrum, dich mit den rechtlichen Grundlagen zu befassen. An dieser Stelle sei ausdrücklich gesagt, dass ich hier keine Rechtsberatung anbiete. Ich bin da weder kompetent noch qualifiziert. Im Folgenden kommt also eine laienhafte Darstellung der rechtlichen Grundlagen, die keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erhebt. Sie soll dir nur eine Idee davon geben, dass es juristisch relevante Dinge gibt, auf die du als Websitebetreiber achten musst.

Deine .de-Website braucht zwingend ein Impressum. Wie es bei anderen Domain-Endungen (.com etc.) ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht – aber wenn du jemandem etwas verkaufen willst, ist ein Impressum, aus dem hervorgeht, wer du bist und wo dein Firmensitz ist, auf jeden Fall eine gute Idee.

Deine Website braucht auch eine brauchbare Datenschutzerklärung.

Wenn du etwas über deine Website verkaufst, brauchst du auch AGB, also Allgemeine Geschäftsbedingungen, und musst auf das Widerrufsrecht hinweisen. Falls der Kunde nicht direkt kauft, sondern ihr erst noch per Mail Kontakt habt, kannst du beides auch per Mail schicken. Aber der Kunde muss vor Vertragsschluss die Möglichkeit haben, beides zur Kenntnis zu nehmen.

Wenn deine Website Cookies setzt, muss der Nutzer auch darauf hingewiesen werden und dem zustimmen. Es gibt auch Vorschriften, wie ein Cookiebanner auszusehen hat.

Falls du Kontaktformulare verwendest, in die der Nutzer seine Daten einträgt, muss er an dieser Stelle deiner Datenschutzerklärung zustimmen. Und da die Daten ja auch an den Newsletteranbieter weitergegeben werden, muss der Nutzer auch dessen Datenschutzerklärung zustimmen.

Im Zweifel solltest du dir immer jemanden ins Boot holen, der sich mit der Materie auskennt und dich kompetent beraten kann.

Vom Aufbau her lagerst du Datenschutzerklärung, AGB, Impressum und deine Cookie-Richtlinie am besten in den Footer, also die Fußzeile, aus. Dort finden sich diese Angaben meistens, dort sucht der Nutzer auch danach. Bitte quetsche sie nicht ins Menü, dort sollte sich alles auf dein Thema, dein Business konzentrieren.

Siegel Nummer 6: Inhalt und Gestaltung

 

Jetzt. Jetzt kommen wir endlich zu dem Punkt, nach dem Websites leider viel zu oft bewertet werden. „Was hast du denn – die Website sieht doch gut aus.“ Ja, tut sie. Weil auf dem riesengroßen Foto die Sonne scheint. Und wenn die Basics bis hierhin passen, können wir uns jetzt um Bildchen, Farben, Texte, Layout kümmern.

Auch dieses Thema füllt Bibliotheken, hier kannst du dich richtig austoben. Damit das klappt, gebe ich dir Folgendes mit auf den Weg:

1. Solides, konsistentes Seitenlayout
Wenn jede einzelne Seite anders aussieht, verirrt sich der User. Deshalb plädiere ich für ein konsistentes Layout ohne viel Schnickschnack. Meine Blogartikel sehen oben immer gleich aus, in der Mitte gibt es Abweichungen, je nach Bildmaterial. Unten sehen sie wieder gleich aus. Genauso auch die Journaleinträge. (Und mehr Inhalt hat die Site noch nicht.) Das hilft beim Zurechtfinden. Und es entbindet dich von der Entscheidung, wie du die Seite jetzt aufbauen sollt. Du hast ein paar Standardlayouts und die verwendest du einfach. Copy–Paste. Spart Unmengen Arbeit.

Ein Standardlayout kannst du dir selbst nach deinen Vorstellungen basteln. Bild hier, Text dort, Button da. In Jimdo und Divi hast du aber auch jede Menge Vorlagen. Finde zwo, drei, die zu deinen Bedürfnissen passen und verwende die. Ändern und optimieren kannst du irgendwann immer noch. Wenn dein Layout steht, musst du nur noch die Inhalte einfügen.

2. Design, Verzierung, Farben, Schriftarten
Weniger ist mehr. Jaaaa, man kann ganz viele tolle Sachen machen und es gibt die ausgefallendsten Schriftarten und ein neongelber Hintergrund sieht bestimmt total cool aus. Nein. Lass es. Das brauchst du nicht. Konzentrier dich auf ganz, ganz wenige Farben, wähle eine einfache Standardschrift, lass den Hintergrund weiß und dekorier deine Website nicht mit Bildchen und Grafiken und gepunkteten Linien und Schatten und Rahmen und und und. In Maßen ist das alles okay, Aber konzentrier dich für den Anfang erst mal auf das, was wirklich nötig ist. Was wirklich einen Zweck erfüllt. Hinzufügen kannst du immer noch.

3. Text
Basics zum Text: Einfache Schriftarten sind viel besser zu lesen als ausgefallene. An Arial oder Helvetica gibt es nichts auszusetzen. Mach’s dir leicht. Setze Texte linksbündig. (Also so wie hier; jede Zeile fängt links immer an der gleichen Stelle an und endet rechts dort, wo das Wort eben endet.) Das ist einfacher zu lesen als zentrierter Text oder Blocksatz. Achte darauf, dass die Zeilen nicht zu lang werden.

Ob du viel oder wenig Text auf deiner Site hast, hängt sicher davon ab, wie leicht dir das Schreiben fällt und wie viel du zu erzählen hast. Quäl dich nicht. Wenn es (jetzt gerade) nicht viel zu sagen gibt, dann ist das halt so. Und wenn du gerne schreibst, dann schau, wie du das ausleben kannst, ohne deine Website aufzublähen. In einem Blog zum Beispiel.

Achte generell auf eine angemessene, leicht verständliche Sprache und einen Stil, der zu deiner Zielgruppe passt – das fängt schon mit „du“ oder „Sie“ an. Entscheide, wie deine Texte wirken sollen (freundlich, professionell etc.), welche „Stimme“ du deinem Unternehmen geben möchtest und dann arbeite konsequent darauf hin.

4. Fotos
Bei Fotos solltest du selbstverständlich auf eine angemessene Qualität/Auflösung auchten. Außerdem sollte das Bild an sich „gut“ sein, also scharf und ordentlich belichtet und so weiter. Aber das kriegt man ja heutzutage sogar mit den meisten Handys hin. 😉
Fotos für Websites sollen eine möglichst geringe Dateigröße haben; sonst brauchen sie viel Speicherplatz (Datenvolumen) und die Site lädt langsamer. Web-Fotos brauchen auch gar nicht die hohe Auflösung, die man für den Druck braucht. Wenn dich das Thema interessiert, befass dich ruhig damit. Es lohnt sich. Du findest online auch jede Menge Tutorials, wie du zum Beispiel Innenräume oder Personen besser fotografieren kannst

Hier möchte ich dir noch den Tipp mitgeben, auf das Seitenverhältnis deiner Fotos zu achten bzw. sie entsprechend zurechtzuschneiden. Es gibt Hochformate, Querformate und Quadrate. Alles hat seine Daseinsberechtigung. Aber alles durcheinandergewürfelt, sieht meistens kacke aus. Mach dir bewusst, welche Formate du wirklich willst (z.B. das Format, dass deine Handykamera ausspuckt, vielleicht 16:9) und versuch, dabei zu bleiben. Schneide Bilder, die in einem anderen Format kommen, entsprechend zu. Das schafft Ordnung und Übersicht.

Du musst nicht alle Fotos selbst machen. Im Internet findest du haufenweise kostenlose Stockfotos (z.B. bei Unsplash, Pixabay oder Pexels), die deiner Website die gewünschte Atmosphäre geben können und an vielen Stellen einen ebenso guten Dienst tun wie echte Fotos. Bei den drei genannten Anbietern musst du die Quelle nicht angeben, ich finde es aber richtig, es trotzdem zu tun.

Siegel Nummer 7: Du und deine Ressourcen

 

Jetzt kommt die Gretchenfrage: Was willst du für deine Website ausgeben? Wie viel Zeit kannst und willst du investieren? Was brauchst und willst du wirklich und wie wichtig ist dir das Ganze?

Du hast niemals eine fertige Website. Es gibt immer was zu tun. Die Öffnungszeiten ändern. Einen Blogartikel schreiben. Alte Fotos austauschen. Neue hinzufügen. Die Website an neue Datenschutzverordnungen anpassen. Updates installieren. Einen Terminkalender pflegen. Einen Onlineshhop verwalten. Irgendwas ist immer. Wie viel Zeit und/oder Geld möchtest du nicht nur in die Erstellung, sondern auch in die Pflege deiner Website investieren?

Wie schaut es mit Bildern und Texten aus? Möchtest du dich selbst darum kümmern? Oder lieber an einen Texter und einen Fotografen outsourcen? Oder gleich eine Agentur buchen?

Versteh mich nicht falsch; ich will niemandem ausreden, sich selbst um seine Website zu kümmern (und sie selbst zu bauen). Ich finde es MEGA, wenn Unternehmer das selbst machen. Aber sind wir ehrlich: Niemand kann alles und in der Zeit, in der du an deiner Website rumfummelst, verkaufst du keine Blumensträuße in deinem Laden. Dein Tag hat auch nur 24 Stunden und du solltest dich einfach nicht mit Dingen rumplagen, auf die du keine Lust hast. Dann bezahl lieber jemanden dafür, dass er dir unter die Arme greift (und dafür nicht mal halb so lange braucht wie du). Mach die Fotos von deinen Blumensträußen selbst, wenn dein Herz dafür schlägt, und lass jemand anderen den Rest machen.

Anders ausgedrückt: Setze deine Ressourcen weise ein.

Plane den zeitlichen und finanziellen Aufwand realistisch. Bastel lieber eine kompakte, pflegeleichte Website und lass sie nach und nach wachsen, als dir mit einem riesigen unüberschaubaren Onlineshop einen fetten Klotz ans Bein zu binden.
Und hol dir dort Hilfe vom Profi, wo du sie brauchst. Wenn du meinst, das lohnt sich nicht, stimmt mit deiner Website (oder deinem Business?) was nicht. Zurück zu Siegel 2. Du hast die Website nicht um der Website willen; du hast sie, damit sie letztlich deinen Umsatz steigert. Also darf sie auch Geld kosten. Die vierzeilige Anzeige im Gemeindeblättchen ist ja auch nicht umsonst, oder?

Zusammenfassung

Puh, das war ein langer Artikel. Hast du noch auf dem Schirm, worum’s eigentlich ging? Nein? Okay. Hier kommt die Kurzfassung:

 

Siegel Nummer 1:

Entscheide, welche Anforderungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten du in den Pott wirfst und wähle dementsprechend zwischen Baukasten, Content Management System und den verschiedenen Anbietern. Mein Tipp für Beginner und DIY: Jimdo. Mein Tipp für Fortgeschrittene oder mit Hilfe vom Profi: WordPress Divi.

 

Siegel Nummer 2

Brauchst du eigentlich eine Website? Wenn ja, wozu? Was ist das Ziel, was soll dein Websitebesucher im Idealfall tun? Dich vor Ort aufsuchen? Dich kontaktieren? Online etwas kaufen? Finde hierauf eine klare Antwort und richte deine Website danach aus.

 

Siegel Nummer 3:

Deine Website muss für deine (Wunsch-)Kunden interessant und übersichtlich sein. Versetz dich in diese Menschen hinein. Was interessiert sie? Welche Informationen brauchen sie zwingend? Was muss auf deiner Website stehen, damit der Kunde weiß „Da bin ich richtig“ – oder auch nicht?

 

Siegel Nummer 4:

Im Idealfall finden sich Besucher auf deiner Website genauso gut zurecht wie in einem Buch. Mach am Ende jeder Seite einen Vorschlag, was jetzt ein guter nächster Schritt wäre, und gib ihnen auf jeder Seite die Möglichkeit, das Buch befriedigt zuzuklappen, indem sie etwas kaufen, dich kontaktieren, mit dir in Verbindung bleiben.

 

Siegel Nummer 5:

Du kannst das Kleingedruckte nicht ausblenden. Als Websitebetreiber musst du dich mit Themen wie der Datenschutzgrundverordnung auseinandergesetzt haben – also tu es einfach. Hol dir nach Möglichkeit Unterstützung vom Fachmann oder der Fachfrau.

 

Siegel Nummer 6:

Achte auf ein konsistentes Seitenlayout und spare an Verzierungen, Schnörkeln und Farbexplosionen. Text und Fotos sind das Herz deiner Website und auch hier kann etwas Ordnung nicht schaden. Fang lieber mit weniger an und bau dann langsam aus.

 

Siegel Nummer 7

Setze deine Ressourcen weise ein. Was kannst und willst du selbst machen? Sowohl bei der Erstellung als auch bei der Pflege. Du kannst alle möglichen Aufgaben outsourcen. Falls du meinst, das lohnt sich nicht, spring nochmal zu Siegel 2.

 

Geschafft. Falls du jetzt richtig Bock hast, deine Website in Angriff zu nehmen, denkst du vielleicht gerade darüber nach, ob du auch einen Blog schreiben solltest. Dann schau mal bei diesem Artikel vorbei. Und falls du jetzt denkst, du kriegst das alles nieee hin, lies dir hier Teil 1 zum Thema Perfektionismus durch. Deine Website soll richtig gut werden. Irgendwann. Mit der Zeit. Aber perfekt werden muss sie nie.

Ich wünsch dir viel Spaß bei der Umsetzung!

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