11. Jan 2023

Hello 2023!

So viel Zeit vergangen, so viel passiert. Und plötzlich ist 2023 und es geht mal wieder um … Vorsätze natürlich! Was sind Vorsätze? wozu brauchen wir sie? Und wie lässt sich das dann umsetzen?

Aufwachen aus dem Winterschlaf

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Vielleicht weißt du ja, dass ich ein großer Freund des Winterschlafs bin. Rund um die Rauhnächte, Weihnachten und Silvester nehme ich mir drei Wochen eine Auszeit von möglichst allem, um danach mit klarem Kopf und guter Energie ins neue Jahr zu starten.

Und da ist es nun. 2023. Und mit dem neuen Jahr kommen (und gehen) die guten Vorsätze. Wie schaut das bei dir aus? Hast du dir welche gesetzt? Hast du sie schon wieder in die Tonne gekloppt? Oder hast du dich irgendwann im Lauf des Lebens von guten Vorsätzen verabschiedet, „weil das alles eh nix bringt“?

Stimmt. Sich an Silvester irgendeinen Klump vorzunehmen  und drei Tage später doch wieder in alte Gewohnheiten zu fallen bringt tatsächlich nichts außer Frust. Der Gute Wille allein reicht noch nicht, um wirklich etwas zu verändern. Aber er ist das, womit die Veränderung beginnt.

Vorsätze sind Entscheidungen

Sie geben deinem Handeln eine Richtung.
Die richtige Richtung

Warum wir Vorsätze brauchen

Im eigentlichen Sinn hat ein Vorsatz ja erstmal nichts mit Silvester zu tun. Ein Vorsatz ist einfach nur etwas, das wir uns vornehmen. „Ich geh nachher einkaufen“ ist ebenso ein Vorsatz wie „Ich krempel 2023 mein Leben völlig um, verdiene am Ende doppelt so viel und wiege nur noch die Hälfte“.

Eine schöne Definition des Vorsatzes lautet „Die feste Absicht, eine bestimmte Handlung auszuführen, die auf einer willentlichen Entschließung, der Vornahme, beruht.“
Anders gesagt: Wir nehmen uns bewusst etwas vor.

 

Wozu das gut ist, sagt der zweite Teil der eben genannten Definition:
„Die richtige Vorsatzbildung und die allmähliche Verinnerlichung des Vorsatzes, die durch systematische Stützung [= Dinge, die dich dran erinnern] erleichtert wird, ist eine der wichtigsten Hilfen bei der Verhaltensänderung (…).“

– Bernt Spiegel

Wir und unser Verhalten (von den Umständen ganz zu schweigen) ändern uns fortwährend; ob wir wollen, oder nicht. Ein gescheiter Vorsatz kann sicherstellen, dass wir uns in die richtige Richtung verändern, sprich, dass wir unsere Entscheidungen im täglichen Leben so treffen, dass wir uns auf unser Ziel zu- statt davon wegbewegen.

Hallo, Schweinehund!

Warum die guten Vorsätze scheitern

Aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass die meisten guten Vorsätze aus vier Gründen verfrüht das Zeitliche segnen.

1. Unachtsamkeit.

Aus den Augen, aus dem Sinn. Eben war der gute Vorsatz noch da, aber dann gerät er irgendwie in Vergessenheit, weil das Leben dazwischenkommt und (sei ehrlich!) anderes irgendwie wichtiger war. 

2. Das falsche Maß.

Haben wir nicht alle schon mal zu viel auf einmal gewollt? In der Vorsatzeuphorie klingt es vielleicht ganz toll, sieben Tage die Woche ins Fitnessstudio zu gehen – in der Praxis scheitert’s, weil dein Leben, dein Zeitplan und deine Kondition das gar nicht hergeben. Oft sind es eben doch die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen. Aber bitte nicht zu klein, denn dann …

3. Der Erfolg bleibt aus.

…siehst du gar keine Veränderung. Und die Veränderung ist ja das, was du anstrebst. Bleibt sie aus, verlierst du ie Motivation und den Spaß an der sache genauso schnell, wie wenn du dich mit einem unmenschlichen Pensum oder irgendwelchen Nie-wieder-Verboten geißelst.

4. Der Schweinehund.

Schweinehund klingt so niedlich, so flauschig. Die hässlichere Übersetzung lautet „mangelnde Selbstdisziplin“. Und, ja, die kennen wir alle.
Was steckt dahinter? Einfach, dass wir den kurzzeitigen Genuss dem langfristigen Erfolg vorziehen. Statt das zu tun, was „richtig“ wäre in dem Sinn, dass es uns langfristig zu unserem Ziel führt (Laufschuhe anziehen und rausgehen), tun wir das, was uns kurzzeitig mehr Vergnügen oder weniger Unwohlsein bereitet (auf der Couch rumlungern und die Chipstüte öffnen).

Wichtig: Beides hat seine Daseinsberechtigung. Der langfristige Erfolg ebenso wie der kurzzeitige Genuss. Die Frage ist eigentlich nur: Was willst du mehr? Jetzt Chipschillen oder in xy Monaten fitter und gesünder sein?

Kein Grund zur Panik

Wie kann es doch gelingen?

Wenn dir die vier Gründe für das Verenden der Vorsätze bewusst sind, ist das schon die halbe Miete, denn jetzt kannst du sie ausschalten.

Der Unachtsamkeit, dem merkwürdigen Vergessen des Vorsatzes kannst du mit der in der Definition genannten Stützung entgegenwirken. Knoten ins Taschentuch. Post-it an den Kühlschrank. Vision Bord über dem Bett, du weißt schon.

Der Grat zwischen Über- und Unterforderung ist manchmal schmal – vor allem beim Verändern von gewohnheiten, denn wir wissen schlicht nicht, was wir bewältigen können. Mein kurzer Tipp: Nimm dir etwas vor, das du auf jeden Fall bewältigen kannst und dem du was wirklich Positives abgewinnen kannst. Probier aus, wie dieser Plan für dich funktioniert, und dann stocke auf. Merkst du, dass du dich überforderst, tu dir selbst einen Gefallen: Schmeiß nicht gleich alles hin und mach dich dafür fertig, dass du „es nicht schaffst“. Schalt einfach einen Gang zurück, probier was Leichteres. Du darfst an und mit deinen Aufgaben wachsen.

Und der Schweinehund? Die mangelnde Selbstdisziplin? Wenn du gerade zwischen der richtigen und der komfortablen Möglichkeit mit dir haderst, zwischen Chips und laufschuhen schwankst, dann stell dir mal folgende Fragen:

1. Was würde ich jetzt tun, wenn ich nur mein Bestes wollen würde?

2. Wenn ich mit meinem Ich aus der Zukunft, in 12 Wochen oder 12 Monaten sprechen würde – wozu würde mir dieses Ich wohlwollend raten?

3. A oder B – worüber kann ich mich morgen freuen? Was sorgt dafür, dass ich morgen mit mir zu frieden bin?

Probier mal, was dabei rauskommt …

100 % ja

Willst du das wirklich?

Und zu guter Letzt: Hinterfrag deinen Vorsatz, dein Ziel. Willst du das wirklich? Und willst du es wirklich so sehr, dass du bereit bist, dafür auch etwas zu tun, was wahrscheinlich außerhalb deiner aktuellen Komfortzone liegt? Ist es dir wirklich wichtig?

Denk dran, ein unklares Ja ist eigentlich ein Nein. Entweder antwortest du mit 100 % Ja, oder du lässt es sein. Du hast sicher schon genug zu tun und brauchst keine halbherzigen Vorsätze.

Aber … wenn du mit 100 % Ja antwortest, dann setz dich dafür ein. Dann triff die klare, 100-prozentige Entscheidung FÜR deinen Vorsatz und lass deine Vision Wirklichkeit werden.

 

Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Erkunden und Umsetzen deiner Vorsätze. Das Jahr hat gerade erst angefangen. Mach das Beste draus. Gib nicht auf. Bleib dran. Du schaffst das! 🧡

 

(Die Definition des Vorsatzes stammt von Bernt Spiegel in Die obere Hälfte des Motorrads. Über die Einheit von Fahrer und Maschine. 8. Auflage,  Motorbuch Verlag, Stuttgart, 2015. Seite 306.
Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Empfehlung nicht nur für Motorradfahrer, sondern für alle, die sich ganz generell für menschliches Denken und Handeln interessieren.)