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Work-Life-Balance

22. Aug 2021 | Artikel | 0 Kommentare

Work-Life-Balance: Fehlgeschlagen. Aber muss man Arbeit und Privatleben eigentlich trennen? Ist es nicht viel schöner, wenn beides das Gleiche ist? Und was gehört in einen beruflichen Blog, wenn Arbeit und Freizeit untrennbar miteinander verbunden sind?

Work-Life-Balance

Oder: Warum es hier nicht nur um Arbeit geht

Gerade blogge ich ja wieder etwas aktiver und natürlich stelle ich mir dabei die Frage, worüber ich schreiben soll und worüber besser nicht. Ob ich nur über Text und Design schreiben soll und ob so halbprivater Kram eigentlich irgendwen interessiert. Schließlich geht es hier doch um meine Arbeit – oder?

Ja. Es geht hier um meine Arbeit. Aber ehrlich gesagt kann ich beim besten Willen nicht sagen, wo meine Arbeit aufhört und mein Privatleben anfängt. Schlechte Work-Life-Balance? Ganz im Gegenteil. So fühlt es sich für mich an, wenn alles passt.

Ein Hoch auf die Selbstständigkeit!

Ich hatte früher auch mal normale Angestelltenjobs und mir ging es damit ziemlich dreckig. Ich hatte immer das Gefühl, dass draußen mein Leben vorbeirinnt, während ich sinnlos im Büro oder sonstwo hocke. Als Selbstständige ist das anders. Klar, es gibt immer mal Aufträge, auf die man gerade keine Lust hat. Ist nicht so, als wäre meine Arbeit immerzu die Erfüllung meiner Träume. Aber sie ist die beste, die ich mir vorstellen kann. Schon allein deswegen, weil ich mir meine Zeit einigermaßen frei einteilen kann. Morgens scheint die Sonne? Fein, dann geh ich eben morgens schön Gassi und gehe später ins Atelier. Oder ich nehme mir frei und hole die Arbeit am nächsten Tag nach. Ich habe eine Wahl.

Diese Wahl bedeutet natürlich auch, dass man sich selbst in den Hintern treten muss. Selbstdisziplin könnte man sagen. Würde ich aber nicht sagen, weil das so klingt, als müsste man sich zu etwas Unangenehmen zwingen. Und so fühlt es sich nicht an. Ich teile die Dinge, die bei mir so anstehen, nach Wichtigkeit, Dringlichkeit und Lust auf. Da sind dann Job-Aufgaben, Uni-Aufgaben (jap, ich studiere), Nebenjob-Aufgaben (jap, ich hab auch nen Nebenjob), Haus-und-Garten-und-Haushaltsaufgaben, Verwaltungsaufgaben (Steuererklärung …), Hundeaufgaben (die müssen auch raus, ob ich will oder nicht) dabei und die wollen irgendwie sortiert werden. Und jetzt frag mich mal, ob ich lieber Fenster putze oder Plakate gestalte …

Schön vs. öde statt Arbeit vs. Freizeit

Ehrlich, ich hasse Fenster putzen und kann mich da wochen- und monatelang vor drücken (sieht man auch). Und wenn’s was Cooles zu gestalten gibt, spring ich morgens fröhlich aus dem Bett und kann es gar nicht erwarten, den Laptop aufzuklappen. Mein Job ist mein Hobby, so einfach ist das. Deshalb erübrigt sich die Work-Life-Balance und ich schaue einfach, dass sich schöne Dinge und öde Pflichten die Waage halten und das Schöne überwiegt. Gelingt mittlerweile recht gut.

Hat aber lange gedauert und ich muss immer noch aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr vereinnahmen lasse, dass ich das Wesentliche nicht aus den Augen verliere, dass ich mir Auszeiten wirklich nehme. Und ich bin sicher, dass das nicht nur mir so geht. Andere Selbstständige kennen das genauso. Und Angestellte auch. Als Angestellte habe ich die Work-Life-Balance nicht auf die Reihe gekriegt, für mich war die Selbstständigkeit der Weg hin zu besserer Work-Life-Balance. Mit mehr Work – und mehr Life. Weil jetzt beides das gleiche ist.

 

Mehr Work und mehr Life – wie geil ist das denn bitte?

 

Gerade sitze ich auf der Couch. Ich hab den Tag am Schreibtisch verbracht und an einem Uni-Projekt gearbeitet. Es war ehrlich gesagt ätzend und anstrengend, aber es musste fertig werden. Für Uni bezahlt mich niemand, das ist Freizeit (fühlte sich aber an wie Arbeit). Jetzt sitze ich auf der Couch, schaue halbherzig einen etwas langweiligen Krimi (Freizeit?) und schreibe diesen Beitrag (Arbeit?), weil ich da gerade echt Bock drauf hatte (Hä?). Es lässt sich nicht trennen und ich will es auch nicht trennen.

Arbeit ist nicht nur die Zeit am Schreibtisch, für die mich jemand bezahlt. Oft flüchte ich vom Schreibtisch, weil ich gerade nicht weiterkomme, weil mir nichts einfallen will. Dann setze ich mich in die Sonne oder gehe Gassi oder hüpfe unter die Dusche. Und denke halt trotzdem weiter über den Job nach, vor dem ich gerade abgehauen bin. Und dann kommen die Ideen. Kann man leider nicht von der Steuer absetzen, ist aber so.

Kleine Denkanstöße

Deshalb gehört mein ganzes Leben zu meiner Arbeit dazu und darf meiner Meinung nach auch Teil dieses Blogs sein. Hier soll es eben nicht nur um Text und Gestaltung gehen, sondern auch um das ganze Drumrum. Das Journal ist kein Nachschlagewerk, es ist der Erfahrungsbericht einer Selbstständigen, die sich Gedanken über alles Mögliche macht, die mit ihrem MacBook verheiratet ist und mit der Website nicht nur Klienten gewinnen, sondern auch etwas verändern will.
Ich hätte gerne, dass viel mehr Menschen ihren Job lieben. Und vielleicht kann ich mit den Einblicken, die ich hier veröffentliche, irgendwem den Input liefern, den er oder sie braucht, um das Hobby zum Beruf zu machen. Oder den Beruf zum Hobby. Oder, oder, oder. Ich habe auf so vielen Blogs oder Youtube-Kanälen kleine Denkanstöße bekommen, die in meinem Leben etwas verändert haben – vielleicht kann ich mit dem, was ich hier schreibe, das gleiche für jemand anderen tun.

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journal#33
Jammern über das Wetter, die fabelhafte Welt der Stockfotos, ein kleiner Abriss über mein Zielgruppendilemma und Arbeit total im Flow.
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