journal#12

von | 27. Mrz 2022 | Weekly Journal | 0 Kommentare

4 Dinge, die mich der Garten gelehrt hat: Zum Start in die Gartensaison ein lange angedachter Artikel über Lektionen für’s Leben, die man im Garten lernen kann.

INHALT

4 Dinge, die mich der Garten gelehrt hat

Jessica Lorenz

Frühlingsanfang

4 Dinge, die mich der Garten gelehrt hat

Dieses Jahr passt es einfach zu gut. Sicher kannst du dich genau wie ich auch an Frühlingsanfänge erinnern, an denen noch nicht einmal ein Hauch von Frühling in der Luft lag. Aber dieses Jahr … Wow! Das ist ein Frühlingsanfang wie aus dem Bilderbuch.
Und die Forsythien blühen. Nach alter Gärtnerweiseit ist das der richtige Zeitpunkt, um die Rosen zu schneiden. Für mich ist das jedes Jahr der Startschuss in die Gartensaison. Jedes Jahr überkommt mich zu dieser Zeit latente Verzweiflung, weil ich gar nicht mal so wenig Garten habe und die Arbeit kaum bewältigt kriege.

Und Dankbarkeit. Denn ohne dieses unordentliche Stückchen Erde wäre ich wahrscheinlich schon verrückt geworden. Immer, wenn ich dachte, es geht nicht weiter, hat der Garten mir gezeigt, dass es eben doch weitergeht. Irgendwie. Immer. Die Natur und so ein Garten sind fantastische Lehrmeister. Deshalb gibt es heute mal einen Blogartikel, der mir schon seit Jahren im Kopf rumspukt. Ich könnte eine ganze Artikelserie daraus machen, aber wir fangen klein an. Hier kommen für’s Erste 4 Dinge, die mich der Garten gelehrt hat.

1. Geduld
Was wir säen und pflanzen, braucht Zeit zum Gedeihen, zu Wachsen, zum Reifen. Und zwar seine ganz eigene Zeit. Du kannst säen, du kannst pflanzen, du kannst dich kümmern – der Rest liegt nicht in deiner Hand. Das gilt für ein Radieschen genauso wie für eine Stieleiche und alles, was du sonst in der Welt da draußen pflanzt. Geerntet wird später. Aber: Wer nichts sät, wird auch nichts ernten. Im Garten merkt man das dann im August, wenn man sich ärgert, dass man im April nicht noch dies oder jenes gesetzt hat – weil JETZT würde es wunderschön blühen. Damals im April schien das aber irgendwie zu weit weg, zu unwichtig. Die Natur hält wenig von Instant Gratification. Egal, was du irgendwann mal ernten willst: Säe es.

Ein Zufalls-Schnappschuss.

2. Gelassenheit
So ein Garten bietet jede Menge Anlass zum Jammern und Nörgeln. Schädlinge, Unkraut, Wetter, und natürlich auch die Bodenbeschaffenheit, das Laub, das von den Bäumen fällt, und die Nützlinge, die den Garten unordentlich machen (Maulwurf). Anlass zum Jammern gibt es genug und das ist nicht mal abwertend gemeint. Ich sag nur: Wühlmaus im Gemüsebeet. (Ja, ich habe geweint.) ABER weder die Wühlmaus noch das Wetter lassen sich von Gejammer beeinflussen – genauso wenig wie die ganzen tollen Jammerthemen außerhalb des Gartens. Der Garten zeigt dir knallhart, dass ihm dein Gejammer am Arsch vorbeigeht. Wenn du was ändern kannst, dann ändere es (Bodenverbesserung zum Beispiel), und wenn du nichts ändern kannst (Wetter), dann nimm’s halt einfach hin und jammer deinem Garten (und deinen Mitmenschen) nicht die Ohren voll.

3. Verantwortung
Wer einen Garten, ein Feld oder sonstwas pflegt, der trägt Verantwortung für dieses Stückchen Erde. Und zu diesem Stückchen Erde gehören eben nicht nur die Grashalme, Blümchen oder Zuckerrüben, die man da haben will. Es gehören auch all die Tiere dazu, die dort ihren Lebensraum haben – oder nicht mehr haben. Es gehören pro Quadratmeter Milliarden(!) Bodenlebewesen dazu. Es gehört das Wasser dazu, das über dieses Stück Land in den Boden gelangt – und, und, und. Das ist eine gottverdammte Menge Verantwortung. Falls du keinen Garten hast, gilt das übrigens trotzdem. Mach dir doch mal bewusst, für was du alles Verantwortung trägst und wie du damit umgehst. Und ich meine jetzt nicht die Plastiktüten im Supermarkt, ich meine das vor allem zwischenmenschlich.

4. The Circle of Life
Ich muss jedes mal an Elton John und Simba denken, wenn ich in meinem Komposthaufen rumwühle. Bei mir landet alles Mögliche im Kompost, was halbwegs da hineingehört. Grünschnitt, Obst- und Gemüsezeug, Laub, Hundehaare, was weiß ich. Und dann stochert man in dem Müll, den man vor Monaten weggeworfen hat, drin rum und es sieht aus wie Erde. Und es bewegt sich alles, weil auch da sicher eine Milliarde Lebewesen ihr Zuhause gefunden haben. Würmer, Asseln, Tausendfüßler und jede Menge Viehzeug, das ich nicht mal kenne. Das wohnt da und das macht aus meinem Müll die beste Erde der Welt, aus der dann wieder Blumen wachsen, die wieder auf dem Kompost landen und so weiter. Und während ich gebannt zuschaue und die Beine des Tausendfüßlers zähle, denke ich: „Wow, vielleicht ergibt doch alles einen Sinn.“

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