Die Woche in 160 Zeichen:

Darfst du für etwas Geld nehmen, das dir Spaß macht? Plädoyer gegen Freundschaftspreise. Winterruhe kehrt ein, Ansporn zu neuen Taten.

Winterruhe

Langsam, ganz langsam kehrt etwas Winterruhe ein. Zumindest gefühlt. Oder ist das bei dir ganz anders? Nutzt du gerade jede freie Minute für die Jagd nach Geschenken und dem perfekten Tannenbaum? Noch Plätzchen backen. Noch das Weihnachtsessen planen. Und beruflich noch siebenhundert Dinge zu erledigen, bevor die Feiertage vor der Tür stehen.

Ich hoffe, dass es dir so NICHT geht. Es sei denn, du möchtest es so.

Für mich ticken die Uhren ab Nikolaus immer etwas langsamer. Vielleicht liegt es an den langen Abenden. Ich weiß es nicht. Aber es fühlt sich jedes Jahr so an, als würde alles etwas ruhiger werden. Und stiller. Heute Morgen bin ich erschrocken, als ich Vogelgezwitscher gehört habe. Ist man gar nicht mehr gewöhnt. Im Wald hört man nur die eigenen Schritte und leises Tröpfeln vom tauenden Schnee.

Noch neun Tage, dann ist Wintersonnenwende, die längste Nacht des Jahres, der dunkelste Tag. Und weißt du, was das heißt?

Dunkler wird’s nicht. Danach werden die Tage wieder heller, es geht bergauf. Bis wir es tatsächlich merken, werden noch ein paar Wochen vergehen.

Aber es geht bergauf.

Soonwald. 🧡🎄

Hier geht’s zum Blogartikel über Priorität. Du erfährst, warum du eine (nur eine!) benennen solltest und wie das klappen kann, obwohl du tausend Dinge hast, die dir wichtig sind.

Angeberei oder Ansporn?

Letzte Woche hatte ich ja ganz stolz geschrieben, dass ich jetzt mit meinem supercoolen neuen Fitnesstracker zigtausend Schritte am Tag laufe. Reaktionen: Gemischt. Deshalb hier nochmal die Vorgeschichte, die ich auf Social Media schon mal kurz erwähnt hatte. Bin gespannt, ob du dich da wiederfindest. Also, das war so …

Meine Mentorin Denise Spekowius hat das Ziel, 15 Kilometer am Tag zu laufen. Wie viele Kilometer es dann laut Smartwatch tatsächlich waren, teilt sie dann zum Beispiel in ihrer Story auf Instagram.

Das erzählte sie mir vor ein paar Wochen. Ich bin nicht so der Story-Mensch und wusste es daher nicht. Was hat das mit mir gemacht?

Erstmal: „Woooow, krass, 15 Kilometer!“ mit runterhängender Kinnlade. Ich bin ja selbst schon nicht wenig unterwegs, aber 15 Kilometer sind viel – nicht wegen der Fitness oder so, sondern wegen der Zeit, die man braucht, um die zurückzulegen.

Und dann hat mich das drei, vier Wochen lang echt gefuxt: „Wie macht die das bloß? 15 Kilometer! Da bist du doch mindestens drei Stunden unterwegs. Hat die keinen Haushalt oder was? Wird’s bei der im Winter nicht um fünf Uhr dunkel? Verdammt!“

Drei, vier Wochen hat’s gedauert. Kein Scheiß.

Dann hat irgendwas KLICK gemacht und statt rumzurätseln, wann bei Denise die Sonne untergeht, hab ich halt mal bei MIR geschaut. Es ist doch im Grunde ganz einfach: Wenn es MIR jetzt gerade wichtig ist, X Kilometer oder Schritte am Tag zu laufen, dann ist es auch MEINE Aufgabe, das zu tun. Unabhängig von Denise oder von der Sonne.

Das ist dann die Sache mit der Priorität.

Mit Angeben hat es nichts zu tun. Es heißt in dem Fall einfach:
Steck deine Energie in das, was dir wichtig ist – dann siehst du auch Ergebnisse.
Wenn das bei mir klappt, glaub mir, kann es bei dir genauso klappen.

„Aber es macht mir doch Spaß!“

Ich hatte die Tage ein Gespräch mit einer Freundin, die im Nebenberuf eine Dienstleistung ausübt, die ich gerne in Anspruch nehmen möchte. Gegen Geld natürlich. Weil … tja … das ist ihr Job. Damit verdient sie Geld und sie ist verdammt gut in dem, was sie tut.

Also sagte ich ihr, dass ich mit ihr arbeiten möchte und sie sich überlegen soll, was sie pro Session von mir bekommt. Kurze Verlegenheit. Geldgespräche halt. Auch noch unter Freunden. Von Freunden kann man doch kein Geld nehmen, oder?

Ich sagte ihr, dass sie mit 20 € pro Stunde erst gar nicht anfangen soll. (Das war ganz am Anfang mal mein Freundschafts-Stundensatz. Nach Steuer, Sozialversicherung, Strom etc. arbeitest du da für weniger als gratis.) Und sie sagte, doch, das hätte sie gerade anbieten wollen. Nein. Einfach nein. „Aber es macht mir doch Spaß!“

Killersatz. Kommt mir viel zu bekannt vor, hat mir jahrelang ein latent schlechtes Gewissen bereitet. Oh Gott, darf ich für etwas Geld verlangen, das ich gerne mache? Das für mich kein Stress ist? Das ich liebe?

Äh … ja. Warum?

1. Du musst mit irgendwas Geld verdienen. Ohne Geld kein Hundefutter. Und wenn du kein Geld für die Tätigkeiten nimmst, die dir Spaß machen, dann musst du dich für etwas bezahlen lassen, das dir keinen Spaß macht. Ganz einfach. Dass wir irgendwie alle davon ausgehen, dass bezahlte Arbeit keinen Spaß machen sollte, weil es sonst keine „richtige“ Arbeit ist, sagt schon verdammt viel aus!

2. Dass du Spaß an deiner Dienstleistung hast, ist für mich Grundvorraussetzung, um sie in Anspruch zu nehmen. Ich will nicht mit dir arbeiten, wenn du deinen Job nicht gerne machst. Dass jemand Freude an seinem Tun hat, motiviert bei der Sache ist und vielleicht sogar mitdenkt, sich reinhängt, ist unbezahlbar geil. Und deshalb bin ich bereit, genau dafür zu zahlen. Dein Spaß an der Arbeit ist mir Geld wert – denn dann kriege ich einfach auch mehr für mein Geld als bei einem Miesepeter, der seinen Job hasst.

3. Und was ist mit Geld vs. Freundschaft? Tja … Also ich geb mein Geld lieber an Menschen, die ich wirklich schätze, als an irgendwen. Und wenn ich den normalen, erstklassigen Kundenservice will, dann zahle ich auch den normalen Preis dafür. Sorry – aber wenn ich bei jemandem feilsche, dann doch zu allerletzt bei meinen Freunden.

Heißes Eisen, ich weiß.
Findest du dich da wieder? Darf deine Arbeit dir Spaß machen? Wirst du für etwas bezahlt, was du liebst, oder bekommst du Schmerzensgeld?
Und wie stehst du zu Freundschaftspreisen? Falls du selbstständig bist: Wie handhabst du das Thema?

Schreib’s gerne in die Kommentare, ich freue mich nämlich schon auf den nächsten Artikel zum Thema!

 

Ich wünsch dir einen wunderbaren Start in die vierte Adventswoche.

🎄🎄🎄🎄

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