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5 Gründe, warum ich den September liebe. Vom Zauber des Anfangs über Walnüsse und Weintrauben bis zur süßen Magie der Vergänglichkeit.

September – eine Liebeserklärung

Der September, wenn der Sommer langsam zu Ende geht und man jedes bisschen Sonne genießt, ist für mich die schönste Zeit des Jahres. Die anderen sind auch schön, aber der September ist schöner. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, ihn noch viel bewusster zu genießen und möchte dir in diesem Journal fünf Gründe nennen, warum ich den September so liebe.

Die Magie des Anfangs

Vielleicht liegt es daran, dass etwa um diese Zeit immer das neue Schuljahr anfing. Neue Bücher, unbeschriebene Hefte, ein unbekannter Stundenplan und ein neuer Kalender. Für mich hatte der Beginn des neuen Schuljahres immer einen ganz besonderen Zauber – und der ist bis heute geblieben. Wenn die ultragrelle Sommersonne sich verabschiedet, die Abende wieder kühler werden und die ersten Blätter fallen, liegt für mich Neuanfang in der Luft. Ich merke, wie ich wieder produktiver werde und frische Ideen einfach so vom Himmel zu fallen scheinen.Woran genau das liegt? Keine Ahnung. Aber es ist jedes Jahr wunderschön.

Das Licht und die Farben

Der Sommer ist grell, der Herbst grau, der Winter dunkel und der Frühling zu zaghaft. Im September ist das Licht schön hell, wunderbar warm, inspirierend, ein bisschen magisch. Schau dir mal die Bäume an, die von oben nach unten oder rechts nach links ihre Farben ändern. Ein Traum! Und jeder Baum, jede Pflanze macht es anders. Dazwischen blühen noch späte Blumen. Kleine Farbtuper im Garten und am Wegesrand.

Kennst du das Kinderbuch Frederick von Leo Lionni? Die Mäuse sammeln Vorräte für den Winter. Nüsse. Körner. Beeren. Nur Frederick der Mäuserich liegt faul rum. Die anderen Mäuse finden das nicht ganz so cool, aber Frederick sagt, er sammle Farben. Ein Träumer. Ein Spinner.
Dann kommt der Winter. Es ist bitterkalt und irgendwann sind die mühsam herangeschleppten Nüsse und Körner und Beeren aufgegessen. Den Mäusen geht es elend. Sie frieren. Und da kommt Frederick. Er erzählt ihnen von den Farben des Sommers, die er all die Monate gesammelt hat.

Mohnrot. Kornblumenblau. Grasgrün. Weizengold. Sonnengelb. Malvenlila. Er erzählt und erzählt und die Mäuse erinnern sich an all die Pracht und Fülle des Sommers. Sie kuscheln sich aneinander und es wird ganz warm und gemütlich.

Mach’s genauso. Sammel Farben! Sammel jede einzelne Nuance, die die Natur dir schenkt und erinner dich daran, wenn es kalt und dunkel und eklig ist. (Und damit müssen jetzt nicht zwangsläufig Jahreszeiten gemeint sein …) Der September ist die beste Zeit dazu.

Die schönsten Gassirunden

Gassi gehen ist super. Immer. Aber im Winter ist es zu kalt, im Herbst zu nass, im Sommer zu heiß (zumindest den Hunden), im Frühling zu überwältigend grün. Außerdem gibt es im Sommer zu viel Ungeziefer, die Zecken kommen ja schon im Februar aus ihren Löchern gekrabbelt. Kurz: Irgendwas is immer.

Außer im September. Das Wetter ist perfekt, die Wespen haben (rede ich mir ein) schon keinen Bock mehr und es gibt überall was zu futtern. Dieses Jahr etwas später als sonst. Aber „September“ ist ja ein dehnbarer Begriff. Walnüsse. Äpfel. Birnen. Trauben. Die Natur verschenkt alles, was sie die letzten Monate so sorgfältig aufgezogen hat. Die Hunde schlagen sich auf der Streuobstwiese den Bauch voll. Jeden Tag kann man ein paar Nüsse mit nach Hause nehmen. Ein paar Brombeeren naschen. Sonnenwarmes Obst schmeckt einfach so viel besser!

Dankbarkeit

Wir Menschen sind ja komisch. Wir wollen immer das, was wir nicht haben. Und können es oft nicht schätzen, wenn wir es dann doch haben. Das wird nirgendwo so deutlich wie beim Wetter. Im Winter jammern die Leute, dass es zu kalt ist – und sobald die Sonne sich zurückmeldet, jammern genau die gleichen darüber, dass es zu warm ist. Oder dass es regnet. Oder zu trocken ist. Ich HASSE Wettergejammer und antworte darauf aus Prinzip mit „Ich find’s schön“ (auch wenn das nicht immer stimmt). Damit ist das Thema dann auch schon beendet und es gibt eine Person mehr, die mich für total merkwürdig hält.

Der September ist die perfekte Gelegenheit, um sich dieses Gejammer abzuerziehen. Ja, vielleicht ist es auch jetzt zu warm/kalt/nass/trocken/windig/neblig/sonnig; aber es wird die nächsten Monate nicht besser. Es sei denn, du stehst drauf, morgens dein Auto freizukratzen. Also: Sei gefälligst zufrieden mit dem, was ist, und mach das Beste draus.

Setz dich mit deiner Kaffeetasse nochmal raus in die Sonne. Frühstücke auf deinem Balkon. Mach einen Spaziergang und sammel Farben und Nüsse. Jeder f***ing Tag ist ein Geschenk. Und im September, wenn die Tage merklich kürzer werden, lässt sich ein bisschen Dankbarkeit für diese Geschenke vielleicht am einfachsten kultivieren.

Perfektes Motorradwetter

Zum Motorrad fahren ist es meistens zu heiß oder zu kalt. Im Sommer läuft einem unter der Schutzkleidung die Brühe. Dann wird es kühler und man friert sich die Finger und Zehen ab.

Bescheuertes Hobby.

Aber im September ist es perfekt! Nicht zu heiß, nicht zu kalt, angenehm trocken und windstill (hier zumindest. Weinbauregion halt.) und es sind weniger Idioten unterwegs als im Sommer. Für eine schöne Septemberfahrt lohnen sich 11 Monate Frieren, Schwitzen, Fluchen und Warten.

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