Homeoffice-Survival-Guide

10. Okt 2021 | Artikel | 0 Kommentare

Wurdest du während Corona ins Homeoffice verbannt? Ich glaube, von heute auf morgen daheim zu arbeiten, ist gar nicht so easy. Falls du jetzt vielleicht doch öfter mal von zu Hause aus arbeiten willst oder sollst, kommen hier ein paar Basic-Tipps vom Profi, wie es in Zukunft noch besser klappt.

Basics für’s Homeoffice

Am Homeoffice scheiden sich die Geister, das haben die letzten zwei Jahre gezeigt. Ich glaube allerdings, dass es keine Frage von „man liebt es oder man hasst es“ ist, sondern dass auch das Arbeiten von zu Hause aus etwas ist, das man lernen, trainieren kann.

Und wo beginnt man am besten mit dem Training? Bei den Basics. Du brauchst kein kompliziertes System, damit Homeoffice funktioniert. Die Basics sind (wie immer) das A und O.

Homeoffice-Heaven

Ich habe die Arbeit im herkömmlichen Büro gehasst. Ich bin zweimal fast dran kaputtgegangen. Für mich war es unfassbar schlimm, mit mehreren anderen im Büro zu sitzen, den Geräuschpegel ertragen zu müssen, ständig unterbrochen zu werden, unter der Klimaanlage zu frieren und auf einem scheußlichen Bürostuhl-Ungetüm zu sitzen. Katastrophe. Es gibt schon Gründe dafür, warum ich mich selbstständig gemacht habe …
Von zu Hause aus zu arbeiten hat mir sofort gefallen. Ruhe, Frieden, frische Luft, Hundehaare, Freiheit. Genau mein Ding.

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, war Homeoffice für mich anfangs auch eine gottverdammte Herausforderung. Aus vielen Gründen. Das Timing. Das Mindset, dass Arbeit zu Hause eben auch „richtige Arbeit“ ist. Diese Arbeit selbst wertzuschätzen. Auch mal Feierabend machen, obwohl noch was zu tun ist …

Mittlerweile ist Homeoffoce nicht nur genau mein Ding, sondern auch etwas, das ich richtig gut kann. Ich habe gelernt. Habe mir beigebracht, wie es geht. Und vielleicht sind meine Erfahrungen für dich wertvoll, falls du noch mit dem Homeoffice haderst.

Ich hab dir 5 Basics zusammengestellt, die ich gerne am Anfang meiner Homeoffice-Karriere gekannt hätte. Ich kann dir wärmstens empfehlen, an diesen fünf Punkten zu arbeiten, um aus der Arbeit daheim das Beste zu machen. Wenn die Basics für dich funktionieren, kannst du dich immer noch mit komplizierten Produktivitätssytemen und dergleichen auseinandersetzen.

1. Get ready!

Das Haus nicht zu verlassen ist kein Grund, sich nicht für den Tag zurechtzumachen. Klar, eins der schönen Dinge am Homeoffice ist, dass man in Unterwäsche oder Jogginghose arbeiten kann. KANN. Nicht muss.

Ohne Scheiß, die goldene Regel für’s Arbeiten im Homeoffice ist, dass du dich ganz normal für die Arbeit fertig machst. Auch wenn dich niemand sieht. Ist doch egal, wer was sieht. Du machst das für DICH. Weil du dich wohlfühlen willst und nicht versacken sollst. Klaro, es muss nicht der Blazer sein, aber etwas Körperpflege und Kleidung, in der du auch nach draußen gehen würdest, kann nicht schaden. Nenn mich altmodisch … Das hat einfach was mit deiner Wertschätzung für dich und deine Arbeit zu tun.

2. Das Homeoffice-Outfit

Falls du nicht nur Lockdown-bedingt sondern dauerhaft im Homeoffice arbeitest, empfehle ich dir, deine Garderobe entsprechend anzupassen. Nenn’s Arbeitskleidung. Hat man in anderen Jobs ja auch. In deinem Homeoffice-Outfit solltest du dich in erster Linie wohlfühlen. Es darf gerne bequem sein, sollte (nach meinem Empfinden) aber auch draußen-tauglich sein. Idealerweise musst du dich für Video-Calls nicht extra obenrum umziehen. 😉
Mein Standard-Outfit sind lange oder kurze Jeans plus wetterabhängiger Zwiebellook aus Top, Hemd, Weste. Und, für mich ein riesen Benefit, keine Schuhe! Ja, man darf es sich bequem machen. Im Sommer arbeite ich gerne draußen, im Bikini – aber das ist dann was Besonderes; erstmal gehört zum Start in den Tag auch ein tagtaugliches Outfit.

3. Lege deine (Kern-)Zeiten fest.

Falls dein Arbeitgeber dir auch im Homeoffice die Arbeitszeiten vorgibt, kannst du das überlesen. Spätestens als Selbstständiger darfst du dir aber Gedanken über deine Arbeitszeit machen.

Ich sag ja von mir, dass ich keine Work-Life-Balance habe. Trotzdem habe ich mir mittlerweile Kernzeiten für’s Büro angewöhnt, um mich nicht zu verzetteln. Wie viel Zeit ich dann tatsächlich mit Arbeit verbringe und wie viel davon am Schreibtisch, hängt davon ab, wie die Lage gerade aussieht.
Wenn keine sonstigen Termine anstehen, tauche ich morgens zwischen 7 und 9 am Schreibtisch auf und beginne zwischen 11 und 13 Uhr meine Mittagspause. Mittagspause heißt bei mir Gassi gehen, Haushalt erledigen, gerne auch noch Yoga machen, ein bisschen chillen, vielleicht ne Kleinigkeit essen. Im Sommer gehe ich gerne nachmittags nochmal ins Atelier und mache abends früh Feierabend; im Winter nehme ich mir lieber den Nachmittag frei, wenn es noch hell ist, und gehe dafür abends nochmal an den Computer.

Finde eine Zeiteinteilung, die für dich passt, die in dein Leben passt und die so flexibel ist, wie es dir guttut. Aber gib dir auf jeden Fall irgendeine Struktur, das entlastet ungemein.

Es kann auch helfen, die Arbeit selbst zu strukturieren. Montag war zum Beispiel lange Zeit mein Buchhaltungstag. Du kannst dir auch Zeiten für’s Abarbeiten der Mails blocken, um nicht ständig unterbrochen zu werden. Es gibt tausend Möglichkeiten. Mach dir einen Plan, probier ihn aus, mach etwas Feintuning. Dann findest du heraus, wie es für dich passt.

4. Mach’s dir schön.

Es ist dein Homeoffice – und du darfst es dir dort gemütlich machen. Welchen Raum nutzt du als Homeoffice – und welchen möchtest du nutzen? Möchtest du für dein Büro ein ganzes Zimmer opfern – oder möchtest du deinen Arbeitsplatz lieber in deinem Wohnzimmer haben? Beides hat Vor- und Nachteile und nur du kannst herausfinden, was für dich besser passt. Und was du eigentlich brauchst und willst. Reicht ein Laptop? Brauchst du Stauraum? Brauchst du einen videotauglichen Hintergrund? 😉

Du solltest dich an deinem Arbeitsplatz richtig wohlfühlen. Also darfst du auch in ordentliche Möbel (Die teuersten sind nicht immer die besten!), gescheite Technik, ein Rollo für’s Fenster, etwas Praktisches und etwas Schönes investieren. Pflanzen sind für mich ein Must-have, Beleuchtung ist mir wichtig, gerade jetzt, wo der Winter sich ankündigt. Deshalb ist der Lichtervorhang hinten an der Wand als indirekte Beleuchtung eingezogen.

Ich war schon in so vielen Wohnungen und Häusern – und das „Büro“ sieht viel zu oft wie eine lieblose Rumpelkammer aus. Da steht dann noch der Schreibtischstuhl drin, den es zum vierzehnten Geburtstag von Tante Hilde gab. Neben dem Schreibtisch parkt der Wäscheständer. Und gleich links davon türmt sich ein gefährlich hoher Papierstapel.

So will doch niemand arbeiten. So KANN man nicht arbeiten. Wenn du in deinem Homeoffice deiner Arbeit (oder einem Hobby) nachgehst, hat es mindestens genauso viel Aufmerksamkeit verdienst wie dein Wohnzimmer.

5. Halte dein Homeoffice in Ordnung.

Ja ja, schon klar, das Genie beherrscht das Chaos … Nein. Tut es nicht. Niemand kann fokussiert arbeiten, wenn der Tisch klebt und alles voller Krempel liegt. Also: Schaff erstmal alles weg, was du an deinem Arbeitsplatz nicht brauchst. Irgendwelche Papiere, tausend Kulis, fünf Kaffeetassen … Weg damit. Finde auch einen Platz für den Wäscheständer, der hat in deinem Büro nichts verloren.

Je nachdem, wie deine Arbeit aussieht, brauchst du wahrscheinlich nicht viel mehr als etwas Technik, was zu schreiben und vielleicht noch ein To-do- oder Ablagefach auf deinem Tisch. Überleg dir, was da wirklich hingehört, und verbanne alles andere an einen Platz, wo es besser aufgehoben ist.

Ich würde dir raten, einfach jeden Tag zum Feierabend alles wieder an seinen Platz zu tun und einmal fix über die Tischplatte zu wischen. Dann kannst du am nächsten Tag frisch und klar starten und musst dich nicht erst durch das Gerümpel von gestern wühlen.
Das gilt übrigens auch für digitales Gerümpel. Schließe die Programme und Browser-Tabs und entferne/archiviere Mails, die du im Posteingang nicht mehr brauchst. Das dauert keine fünf Minuten, beschert dir aber erstens einen sauberen Cut zwischen Arbeit und Freizeit und erspart dir am nächsten Morgen eine Menge schlechte Laune.

Das ist meiner Meinung nach besonders wichtig, wenn dein Büro in ein anderes Zimmer integriert ist. Du willst nicht abends von der Couch aus noch dein Arbeitsgerümpel und irgendwelche unerledigten Dinge sehen.

Und das waren auch schon die Basics. Wie gesagt, du kannst noch viel mehr machen – aber pflege erstmal die Basics. Mach dich morgens fertig, zieh dir was Gescheites an, lege deine Zeiten fest, mach’s dir im Homeoffice schön und halte deinen Arbeitsplatz in Ordnung.

So schaffst du die Grundlage dafür, dass du dein Homeoffice lieben wirst. Aufräumen und putzen kannst du jetzt sofort, die perfekte Einrichtung oder eine neue Garderobe brauchen sicher etwas mehr Zeit. Aber glaub mir, die Zeit ist gut investiert.

Lass gerne einen Kommentar da, wie du im Homeoffice noch besser arbeiten kannst, ich bin gespannt auf deinen Input!

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