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Gute Vorsätze für 2022

30. Dez 2021 | Artikel | 0 Kommentare

Gute Vorsätze für 2022: Heb dir die vernünftigen Ideen für irgendwann auf. Finde diesmal eine Flause, auf die du richtig Bock hast. Eine geile Idee, die du sofort anpacken willst.

Gute Vorsätze 2022

Ziele für das neue Jahr

Here we go. Wie im letzten Journal angekündigt, soll es kurz vorm Jareswechsel nochmal um die guten Vorsätze für 2022 gehen. Was sind eigentlich gute Vorsätze? Brauchst du welche? Wie findest du gute Vorsätze? Und wie schaffst du’s dass aus den Vorsätzen dann auch was anderes als schlechtes Gewissen wird? Und ich verrate auch, was mein guter Vorsatz ist. 😉

Jessica Lorenz

Was sind eigentlich gute Vorsätze?

Explizit sprechen wir ja meistens nur zum Jahreswechsel von guten Vorsätzen. Es hat so etwas herrlich Magisches, sich für das neue Jahr etwas vorzunehmen. Tatsächlich bilden wir aber ständig Vorsätze – ob die gut sind, schauen wir uns später noch an – nämlich jedes Mal, wenn wir sowas sagen wie: „Ich hab mir jetzt mal vorgenommen …“.

Und da kommt eine Menge zusammen. Abzunehmen. Mehr Obst zu essen. Öfter bei Mutti anzurufen. Täglich zu meditieren. Pünktlich Feierabend zu machen. Weniger Alkohol zu trinken. Dafür mehr Wasser. Öfter das Bad zu putzen. Das Bad zu renovieren. Whatever.

Überleg mal kurz, was du dir im Verlauf der letzten zwölf Monate alles vorgenommen hast, welche Vorsätze du gefasst hattest.

Und jetzt, Hosen runter: Was davon hast du durchgezogen? Und was davon ist dir heute überhaupt noch wichtig??

Wolltest du wirklich meditieren oder dachtest du nur, das könnte vielleicht irgendwie mal ganz gut sein, weil du irgendwo ne Werbung für ne Meditations-App gesehen hast?

 

Unsere Vorsätze entspringen meistens einer gewissen Unzufriedenheit. Klassiker nach Weihnachten: Speckring. Und der Vorsatz lautet dann nicht zum ersten Mal, dass das Ding wieder weg muss. Ich fürchte, wir drücken uns mit dem Begriff der guten Vorsätze ein bisschen davor, ein echtes Ziel zu setzen. Ziel klingt ja gleich so konkret. So als müsste man was dafür tun. Bei einem Neujahrsvorsatz hingegen wundert es ja am Ende doch niemanden, wenn es nicht funktioniert hat und der Speckring an Pfingsten noch ganz genau so aussieht.

Also. Erste Frage: Willst du etwas verändern?

Ja? Cool! Zweite Frage: Bist du auch bereit, dafür wirklich etwas zu tun?

Autsch, ja, verdammt. Wenn aus dem Vorsatz was werden soll, erfordert das deine Mitarbeit. Und zwar über einen längeren Zeitraum. Wenn du dafür gerade weder Zeit noch Lust noch Kapazität hast, dann fass jetzt auch keinen Vorsatz. Dass morgen Silvester ist, heißt ja nicht, dass du JETZT alles auf den Kopf stellen musst.

Von der Flause zum Vorsatz

Gehen wir mal davon aus, dass dieser Artikel dich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht: Du hast gerade Zeit und Bock, was anzupacken. Irgendetwas in deinem Leben zum Besseren zu verändern. Was könnte das sein?

Ein Vorsatz heißt ja, dass man sich gewisse, meist regelmäßige Handlungen vornimmt, um ein mehr oder minder bestimmtes Ziel zu erreichen. Manchmal geht man eher vom Ziel aus (=10 Kilo abnehmen, mal schauen, wie man das anstellt) und manchmal eher von den regelmäßigen Handlungen (=Süßigkeiten vom Speiseplan streichen, mal schauen, was dabei rumkommt).

Im Idealfall hast du ein Ziel vor Augen und hast auch einen Plan, ein System, wie du dieses Ziel erreichst. Denn die meisten Ziele im Leben verwirklichen sich nicht, indem du einmal etwas machst; sie verwirklichen sich, indem du dranbleibst.

Du willst ein sauberes, aufgeräumtes Zuhause? Fein, dann bringt dir der große Frühjahrsputz nur kurzfristig was. Damit es sauber und aufgeräumt bleibt, musst du regelmäßig saugen, wischen, aufräumen und so weiter. Klar soweit?

Und das ist auch schon der Haken an der Sache: Gute Vorsätze in die Tat umzusetzen kostet ziemlich viel Zeit und Energie. Deshalb hätte ich gerne, dass du dir zumindest jetzt zum Jahreswechsel nach diesem echt turbulenten 2021 kein vernünftiges, sinnvolles, langweiliges Ziel setzt. Schlag dir doch stattdessen mal all die geilen Flausen aus dem Kopf und erweck sie zum Leben. Zumindest eine davon.

Schnapp dir deine Top-Flause und mach sie zum guten Vorsatz!

Warum? Weil du dann auch Bock drauf hast. Ja klar, wir wollen alle ewige Sauberkeit, ne Gehaltserhöhung, Ordnung im Papierkram, gesunde Ernährung mit ganz viel Chia-Samen und keine Cellulite mehr. Aber … Alter … Das ist doch sterbenslangweilig.

Buddel doch lieber eine Flause aus, die du richtig geil findest. Vielleicht gibt es da ein fast vergessenes Hobby. Irgendwas, das dir mal Spaß gemacht hat. Eine Sache, die du schon immer mal lernen wolltest. Etwas, wobei du gar nicht anders kannst, als zu grinsen. Etwas, womit du am liebsten sofort anfangen würdest.

Das wäre dann ne richtig geile Flause.

Alternativ kannst du auch was total erwachsenenmäßg Vernünftiges wählen. Ist ja deine Flause.

Gegen den Rückzieher

Hast du was gefunden? Fein. Dann schreib’s auf. Am besten so, dass es auch andere sehen können. Wenn andere wissen, was du dir vorgenommen hast, bringst du Verbindlichkeit rein. Macht den Rückzieher unangenehmer. Es geht nichts über sanften Druck. 😉

Wir neigen gerne mal dazu, erst Feuer und Flamme loszulegen und dann ins Stocken zu geraten. Mist. Heute doch nicht im Fitnessstudio gewesen. Egal, dann halt morgen. Ach nee, doch nicht. Und zack, ist es um den guten Vorsatz geschehen.

Umso wichtiger, dass dein Vorsatz was Geiles ist. Schreib ihn nicht nur in dein Tagebüchlein. Schreib ihn an deinen Spiegel, auf deinen Einkaufszettel, in deinen Kalender. Poste ihn auf Facebook oder sonstwo. Erzähl jemandem davon.

(Glaubst du, ich hätte heute den Artikel hier geschrieben, wenn ich mich im letzten Journal nicht dazu verpflichtet hätte? Alter, es waren 14 Grad draußen. Ich hätt lieber was anderes gemacht …..)

Ich persönlich glaube, dass die tatsächliche Formulierung eines Vorsatzes oder Ziels gar nicht so wahnsinnig wichtig ist, wie es immer heißt. Allerdings ist wichtig, dass sie DICH anspricht und dass sie so klar wie möglich ist. Nur dann weißt du nämlich, was zu tun ist. „Abnehmen“ ist weder ein gescheiter Vorsatz noch ein Ziel. Gesteh dem doch nen ganzen Satz zu. Wie viel willst du abnehmen bzw. wiegen? Und wann? Falls du das nicht weißt, also kein konkretes Ziel hast, brauchst du stattdessen Handlungen, ein System: „Vier Mal pro Woche dreißig Minuten Training im Fitnessstudio“.

Formuliere etwas, das für dich passt und das du geil findest. Schreib es immer mal wieder auf. Teile es mit anderen. Das sind die besten Mittel gegen Rückzieher.

Wenn du magst, schreib deinen Vorsatz hier in die Kommentare. Und lass mich wissen, ob ich dich irgendwann dran erinnern soll. 😉

Planung und Priorität

Aaaah, du siehst dich schon im Fitnessstudio schwitzen und hast schon keinen Bock mehr auf deine Bikinifigur, richtig? Dann lass es.

Niemand zwingt dich, dir irgendwelche Vorsätze/Ziele/Flausen in den Kopf zu setzen. Du darfst einfach so sein, wie du bist. Du musst weder putzen noch Chia-Samen futtern noch Klarinette lernen.

Also entscheide dich: Willst du einen guten Vorsatz – oder willst du keinen? Willst du an etwas arbeiten – oder willst du es nicht? Kein Jein, kein Wenn, kein Aber. Entweder du gibst dir ein sonnenklares JA, VERDAMMT! oder du lässt es.

Denn all die Jeins und Wenns und Abers führen nirgendwohin. Siehe oben. Das sind all die Dinge, die wir uns so nehenher vornehmen. Die sind aber nicht wichtig. Die lenken nur ab und machen alles komplizierter. Konzentrier dich lieber auf eine richtig geile Flause als auf tausend gute Vorsätze.

Und dann mach deine Flause zur Priorität. (siehe hier)

Wenn dir das, was du dir da vorgenommen hast, wirklich wichtig ist, dann behandle es auch so. Wichtig. Gib ihm Zeit und Raum und Energie.

 

Ein bisschen Planung kann da ganz hilfreich sein. Auch, damit du ein halbwegs machbares Ziel formulierst und hinterher nicht enttäuscht bist. Du willst mit Klarinette anfangen und hast noch nie ein Instrument gespielt? Ja geil, mach’s! Aber geh vielleicht lieber nicht davon aus, dass du bei einmal Üben pro Woche zum nächsten Weihnachtsfest schon konzertreif spielst.

Vielleicht übst du doch mehr. Vielleicht hast du mega Talent. Vielleicht aber auch nicht. Programmier die Enttäuschung nicht von vornherein ein. Aber leg die Latte auch nicht zu niedrig. Trau dich, zu träumen.

Wie genau dein Plan aussieht, ist allein deine Sache. Vielleicht hast du jemanden, der dich dazu beraten kann. Jemand, der selbst Klarinette spielt, kann dir sicher weiterhelfen. Wichtiger als den Masterplan finde ich persönlich aber sowieso das Ausprobieren.

Hey, wenn du was ganz Neues startest, fehlt dir die Erfahrung. Du weißt ganz einfach nicht, was du schaffen kannst, wie es laufen wird, welche Schwierigkeiten auftreten können. Also MACH EINFACH und pass deinen Plan halt an. Jeden Tag üben klappt nicht, weil du Muskelkater in die Finger kriegst? Dann ändere was. Jeden zweiten Tag üben. Whatever.

Hauptsache, du bleibst dran und hast Freude an dem, was du tust. Um mehr geht es nicht.

Meine Flause: Der Skorpion

Jo. Und dann hatte ich ja noch versprochen, meinen eigenen Vorsatz zu verraten. Alter …

Ich hab mir in den Kopf gesetzt, den Skorpion zu lernen. Eine Yoga-Asana. Heißt auf Sanskrit Vrischikasana. Kann ich nicht aussprechen. Ich nenn’s Skrorpion. Dabei … äh … steht man auf den Unterarmen, schaut mit erstaunlich aufrechtem Kopf nach vorne und beugt Rücken, Hüfte und Knie so weit nach hinten, dass man sich im Idealfall mit den Zehen die Frisur richten kann. Es gab leider kein freies Stockfoto, um das zu illustrieren. Google das mal. Sieht total abgefahren aus.

Es gibt jede Menge Gründe, warum ich genau den f***ing Skorpion können will. Unter anderem, weil es ein rattenscharfer Partytrick ist. „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht. Und was kannst du?“ „Äh … den Skorpion. Warte ma …“

Ob ich ihn hinkriege, weiß ich nicht. Ich schaffe es, auf den Unterarmen mit gefalteten Händen zu stehen und die Zehen an der Wand abzustützen. Das sieht aber nicht wie der mächtige Skorpion aus, sondern wie die angestrengte tote Forelle. Ich habe keine Ahnung, wie lange man rein von der Anatomie her braucht, um das hinzukriegen. Oder ob meine Anatomie das überhaupt hinkriegt. Meine Hüftbeuger sind so geschmeidig wie ne Motorhaube. Von meinen Schultern wollen wir gar nicht reden.

Aber egal. Ich bin auf Enttäuschungen vorbereitet und Feuer und Flamme für meine Flause. Ich werde dranbleiben, weiterkommen, hinfallen, fluchen, aufstehen, wieder hinfallen, noch mehr fluchen, wieder aufstehen. Und in einem Jahr bin ich auf jeden Fall weiter als jetzt. Beweglicher und stärker, mit mehr Grip. Körperlich und vielleicht ja auch geistig, psychisch.

Welcome, 2022!

Und das Schöne ist: Es ist nur eine Flause. Der Lauf der Welt und mein Schicksal auf dieser Erde hängen nicht davon ab. Oder vielleicht doch? Sind wir ehrlich: Mit witzigen Flausen und einer Portion Besessenheit hat die Menschheit ganz schön viel erreicht. Diese Sache mit der Sonne, um die sich die Erde angeblich drehen soll, war ja auch erstmal nur eine Flause.

Wir wissen niemals, was uns am Ende des Wegs erwartet. Und wir werden es auch nie herausfinden, wenn wir nicht den Hintern hochkriegen, losgehen und einfach einen Fuß vor den anderen setzen.

Und jetzt bist du dran: Was ist deine Flause? Mit welchem Vorsatz, welcher Schnapsidee willst du 2022 beginnen?

Ich bin total gespannt und wünsche dir unfassbar viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung.

Skorpionfoto: Max Gotts on Unsplash

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